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02.07.2010
Die Single "The Only Exception" erscheint heute digital
"But you are the only exception", singt Hayley Williams auf der heute (02.07.) digital erscheinenden Single "The Only Exception", und weiter: " ... up until now I had sworn to ...
30.06.2010
Gemeinsam mit den Deftones auf der Bühne
Hayley did it again: Wie wir wissen, hat Hayley Williams große Freunde daran, andere Musiker live oder auf Platte zu unterstützen - siehe ihr Auftritt mit Weezer vor einigen ...
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Paramore: "Brand New Eyes"

Die CD Besprechung des Paramore Albums Brand New Eyes kannst du hier lesen.

Paramore 2009 Pressefoto 03Die Erwartungen sind hoch: Das US-Platin-Album „Riot!“ von 2007 sowie die hochgradig erfolgreiche Single „Decode“ vom „Twilight“-Soundtrack aus 2008 im Rücken, halten Paramore aus Nashville nun ihr drittes Studioalbum bereit. Nicht, dass die Band mit dem erhöhten Druck nicht umgehen könnte –– Frontfrau Hayley Williams erklärte erst jüngst nach der Support-Tour für No Doubt in den USA, dass sie Vergleiche mit der Band gern annähme und sich bereit fühle, die Welt zu erobern.

Trotzdem kann man wohl die Wahl des Produzenten durchaus als Vergewisserung werten, mit dem Nachfolger zum Durchbruch-Album „Riot!“ alles richtig zu machen. Und das sollte mit Rob Cavallo in der Tat funktionieren, schließlich legte der Produzent in der Vergangenheit bereits erfolgreich Händchen an die Alben solch wohlklingender Namen wie Green Day, My Chemical Romance und Kid Rock.

Cover Brand Vew EyesDass dies auf „brand new eyes“ in der Tat gelingt, ist somit natürlich auf Rob Cavallo´s Fähigkeiten zurückzuführen, die traditionell starken Hooklines der Band noch eingängiger zu gestalten, die extrem guten Melodien noch zwingender klingen zu lassen und die unbändige Energie noch gezielter zu kanalisieren. Es ist aber auch ganz klar auf einen weiteren Faktor zurückzuführen, den Faktor Hayley Williams nämlich. Denn wie die hübsche Sängerin auf dem Album in jedem Song ihr Herz öffnet, als seien Seiten ihres Tagebuches abgedruckt, beeindruckt gleich in Serie.

Ob die 20-Jährige über Liebe singt, über ihre Beobachtungen der Welt um sie herum oder ihre komplizierte Beziehung zu Gott, zieht den Hörer gleichermaßen in den Bann. Und es wirkt ein gutes Stück reifer als noch auf „Riot“ von vor zwei Jahren. Hayley´s intime Texte werden dabei von dem Pop-Punk-Sound der Band kraftvoll unterstützt – allen voran von Chef-Songwriter und Gitarrist Josh Farro, dessen Stärken vor allem in ergreifenden Balladen wie „Exception“ oder „All I Wanted“ in den Vordergrund treten. 

Paramore 2009 Pressefoto 01"Exception", das vom Finden und Verstehen der Liebe handelt und mehr als nur entfernt an Coldplay erinnert, beginnt musikalisch wie ein unbeschwerter Tag auf dem Land. Über fast zärtliche akustische Gitarrenklänge gibt Hayley Einblicke in ihr Seelenleben: „Maybe I know somewhere deep in my soul where love never lasts", singt sie, und erklärt dann einem unbekannten Lover: "Up until now I was convinced I was happy being alone / But you are the only exception." Auch „All I Wanted“, die andere angesprochene Ballade, beginnt mit scheinbar zarten Liebeserklärungen, offenbart dann jedoch Abgründe: „Think of me when you´re out there“, singt Hayley, und fährt fort: „When the world treats you too fairly“, bevor es dann aus ihr herausbricht: „All I wanted was you“, und Stromgitarre sowie Drums hereinkrachen und das Zerbrechen der vermeintlichen Harmonie eindrucksvoll untermalen.

Überhaupt läuft Hayley Williams immer dann zu Hochform auf, wenn sie sich so richtig die Seele aus dem Leib singen kann. Und das passiert – in guter Paramore-Tradition – auf der Mehrzahl der Tracks. "You don't deserve a point of view, if the only thing you see is you / Next time you point a finger, point it to the mirror!", skandiert Hayley, und bald schon weiß man gar nicht mehr genau, ob sie den Pfeil hier nicht vielleicht sogar in Richtung der eigenen Band richtet, schließlich stimmt Josh Farro bald darauf in ein hitziges Call-and-response-Spiel ein:. "This is your last chance," ruft Williams, und Farro erwidert: „I'll point you to the mirror!"

Paramore 2009-2.jpgIn Songs wie diesen wird klar, wieso Paramore dort stehen, wo sie mit ihrem dritten Album „brand new eyes“ stehen: Sie funktionieren optimal als Band, und sie haben tatsächlich etwas zu sagen. Wie auch in dem ausnehmend starken Song „Brick By Boring Brick“ – ein Song, der sich bereits durch seinen gelungenen Titel auszeichnet. Auf diesem über fünf Minuten langen Stück singt Williams eine Erzählung über eine gefallene Märchenprinzessin, Parallelen zum eigenen Rockstar-Leben nicht ausgeschlossen: "Keep your feet on the ground / When your head's in the clouds," singt, seufzt und schreit sich die 20-Jährige auf fesselnde Weise durch den Song, und die musikalische Untermalung steht der so aufgebauten Spannung in nichts nach: Mal jaulen die Gitarren und die Drums marschieren, dann werden der Druck und das hohe Tempo aufgebrochen durch harmonische Bridges, am Ende singt die Band mehrstimmig im Chor – ein Song wie aus dem Lehrbuch guter Punk-Pop-Songs.

Jeder, der die erste Single "Ignorance" bereits kennt, konnte ahnen, dass mit „brand new eyes“ ein starkes Album folgen könnte. Jetzt ist das dritte Album der Band aus Nashville da, und aus der Vermutung wird Gewissheit: mit Paramore ist weiterhin zu rechnen. Da müssen sich nicht nur No Doubt warm anziehen. 

Nico Cramer